20. April 2018

Westerwald: Wo einst Kipper schufteten

Harte Arbeit, wenig Geld, kaum Pausen, strömender Schweiß, Gefahr für Leib und Leben. Was heute unvorstellbar ist, war um 1900 realer Alltag im Westerwald. Die Arbeit in den Steinbrüchen am Stöffelpark war kein Traum, aber sie hat sich  im Laufe des 20. Jahrhunderts stark verändert, weiterentwickelt, technisiert, vereinfacht. Sie zeigt uns heute, wie Fortschritt funktionieren kann, und wofür es sich einzusetzen lohnt. Und wer von Kippern und Steinbrucharbeitern bei einer Führung hört, wird zwangsläufig Respekt vor der Stärke der Menschen der damaligen Zeit entwickeln, vor den Pionieren der Moderne.

Was den Tertiär- und Industrie-Erlebnispark Stöffel so spannend und einzigartig macht, sind unter anderem die Originalschauplätze. Dazu gehört das älteste von insgesamt vier Brechergebäuden aus dem Jahr 1902, das zum Erlebnisraum Basalt wird. In dem Gebäude führt die Ausstellung über fünf Etagen. So können die Maschinen und alle anderen Einrichtungen unmittelbar in ihrer ursprünglichen Funktion erlebt werden.

Die Besucher tauchen in eine Arbeitswelt ein, deren Bedingungen lange von den 30er Jahren geprägt war. Theoretische und aktive Wissensvermittlung stehen in direkter Verbindung zu Maschinen und anderen Exponaten der Basaltverarbeitung. Themen wie die Basaltgewinnung und -verarbeitung, die Funktionsweise alter Industrieanlagen und die verschiedenen Produktionsabläufe auf dem Weg des Basalts werden hautnah erlebbar.

Die „Historische Werkstatt“, sie umfasst die alten Schmiede und der ehemaligen Stellmacherei, ist ein ganz besonderes Gebäude. Sie war fast 100 Jahre lang das Herzstück des Betriebs und ist nun, nach der überaus sensiblen, historiengetreuen Renovierung, ein Schmuckstück – ein Industriedenkmal von besonderem Rang. Heute finden dort zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt.



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